„Der Wein erfreut des Menschen Herz.“ (Ps 105, 15)

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Wein
Mo 9. Sep 2019
Pfr Walter Hütten

Liebe Mitchristen,

vieles erinnert uns im Rurtal von Obermaubach bis Winden an den Weinanbau. An den Hängen der Berge sind noch die Terrassen zu erkennen, auf denen in den vergangenen Jahrhunderten die Rebstöcke angebaut und die reifen Trauben geerntet wurden. Der Patron der Windener Pfarrei, der heilige Urban, wird als der Schutzheilige des Weinbaus und der Winzer verehrt, besonders in den Gebieten, in denen der Weinbau die Lebensgrundlage der Menschen war und ist. In einem lesenswerten Artikel beschreibt Johannes Schneider aus Kreuzau den Weinbau in der Gemeinde Kreuzau vom Spätmittelalter bis Anfang des 20. Jahrhunderts (Googlesuchmaschine: Kreuzau Weinanbau). Seit vielen Jahren findet noch in Obermaubach ein Weinfest statt, in diesem Jahr vom 14. bis 15.09.

Der Wein spielt in der Bibel eine große Rolle. Dass der Wein das Herz erfreut, Missbrauch aber gefährlich sein kann, wussten schon die Menschen des alten Israel. Jesus verwendet für seine frohe Botschaft gerne Bilder von der Traube, dem Wein, dem Weinstock oder dem Weinberg. So ist Wein zu einem Symbol der Lebensfreude und Nähe Gottes geworden. Besonders deutlich wird dies in der Feier der Eucharistie, wenn das Geschehen des letzten Abendmahles vergegenwärtigt wird. Nach den Einsetzungsworten zum eucharistischen Brot spricht der Priester: „Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch, dankte wiederum, reichte ihn seinen Jüngern und sprach: Nehmet und trinket alle daraus: Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Tut dies zu meinem Gedächtnis.“

In der Messfeier wird gleichfalls gesagt, dass wir Menschen einen wesentlichen Anteil an der Bereitung des Weines haben. Dies geschieht leider oft nur leise während der Gabenbereitung. So spricht der Priester, wenn er den Kelch auf den Altar stellt: „Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns den Wein, die Frucht des Weinstocks und der menschlichen Arbeit. Wir bringen diesen Kelch vor dein Angesicht, damit er uns der Kelch des Heiles werde.“ Es ist also nicht nur die Gabe Gottes (Korn und Trauben), die wir darbringen, sondern auch wir Menschen haben unseren Anteil an den Gaben für die Feier der Eucharistie.

Wenn wir in der Pfarrkirche St. Apollinaris in Obermaubach die heilige Messe feiern, dann nehmen wir dazu den Wein, der von den Trauben stammt, die in Obermaubach geerntet wurden. Für mich wird damit die enge Bindung der Menschen des Rurtales mit der Eucharistie deutlich.

Ihr Pastor Walter Hütten